Russlandreise – Ein Reisetagebuch in Bildern

 

Zwischen Kaukasus und Schwarzmeerküste – Familienlandsitze und Dolmen

Im September 2018 war ich für zwei Wochen mit einer Reisegruppe unterwegs in Russland. Unser Ziel waren die Familienlandsitzsiedlung Wedrussija und die Dolmen im Kaukasus.

 

Suchum City Guide

 

Suchum ist die Hauptstadt der Republik Abchasien. Hier leben 64.500 Menschen, ungefähr halb soviel wie vor 25 Jahren. Die Kriegsspuren sind noch deutlich sichtbar und die geringe Bevölkerungsdichte spürbar. Für eine Landeshauptstadt ist Suchum ausgesprochen entspannt und beinahe leer. Der Wiederaufbau der Stadt ist in vollem Gang, wobei versucht wird die eigene kulturelle Identität zu wahren.

To Do – Liste für Suchum

1. Ans Meer gehen und baden.

Die Stadt liegt direkt am Meer und man kann direkt von Zentrum aus an den Kieselstrand zu Baden gehen. Schöner und ruhiger wird es natürlich, je weiter man die Promenade aus dem Zentrum raus läuft. Gefühlt geht der Weg unendlich weit. Die Stadt hat keinen Hafen, das einzige Schiff, das hier fährt ist ein kleiner Touristenkutter. Dadurch ist selbst am Stadtstrand beste Wasserqualität gewahrt.

 

2. Lost Places fotographieren.

So seltsam es klingt, aber für uns Westeuropäer, stellen die Ruinen wohl eine der größeren Sehenswürdigkeiten dar. Außerdem sprüht die Stadt mit postsowjetischem Charme und gleichzeitig der Euphorie des Aufbruchs. Ein ausgedehnter Spaziergang ohne Ziel und Weg ist also sehr zu empfehlen!

 

3. Kaffee trinken.

Zum Glück hält man in Abchasien noch nicht viel von Nescafé, deshalb trinkt man hier türkischen Kaffee. In kleine Kännchen mit langem Stiel wird ein Löffel feingemahlenes Kaffeepulver gegeben, dazu kaltes Wasser. Dann zieht die Barista das Kännchen durch heißen Sand. Sobald der Kaffee zu kochen beginnt, kommt er in ein kleines Tässchen. Am Ende bleibt der Satz in der Tasse und wird von so manch einer weisen Frau auch gelesen.

 

4. Bäume umarmen…

oder so ähnlich. Im Botanischen Garten lässt es sich wunderbar verweilen. Der Garten ist schön angelegt und lädt zum Verweilen ein. Mit einem Buch unter einem alten Baum oder auf einer Bank zwischen hohem Bambus kann man hier wunderbar in eine grüne Oase eintauchen.

 

5. Dem Krieg gedenken…

und den gefallenen Soldaten aus dem georgisch-abchasischen Krieg von 1992/93 Ehre erweisen. Egal, welchen Weg man für einen Stadtbummel wählt, das Denkmal der Gefallenen Soldaten am Prospekt Mira, Platz des Friedens, wird sowieso immer mit auf dem Weg liegen. Genau wie man an dem Kriegsthema bei einem Abchasienbesuch nicht vorbeikommt.

 

6. Ein Besuch im Museum für Abchasische Geschichte

Kann man machen, muss man aber nicht. Es reicht auch, wenn man sich den erhabenen Dolmen vor dem Museum anschaut. Das Museum zeigt die Geschichte des Landes von der Frühzeit bis zum Krieg 92/93. Es ist alles ganz schick und neu gestaltet, aber Erklärungstexte gibt es nur auf Russisch. Man muss sich also selbst einen Reim auf alles machen.

 

7. Einkaufen auf dem Basar

Selbst wenn man gar nichts einkaufen will, sollte man unbedingt auf den großen Markt gehen. Das ist ein Erlebnis für sich.

 

8. Moderne abchasische Kunst anschauen.

Die städtische Galerie hat wechselnde Ausstellungen zu verschiedenen Themen. Gleich daneben ist das Kulturzentrum SKLAD, wo es Ausstellungen und abendliche Filmvorstellungen gibt. Hier treffen sich junge Kulturschaffende der Hauptstadt. Ich fand es total spannend, dass sie am Vorabend des 3.Oktobers „Good Bye Lenin“ gezeigt haben. www.sklad.space, Ul.Lakoba 31

 

9. Ein Schwätzchen halten.

Die Bewohner der Stadt sind unglaublich offen und freundlich. Manchmal kommt es tatsächlich vor, dass alte Babuschkas, von denen man es nie im Leben erwartet, ein paar Worte Englisch oder Deutsch sprechen. Beide Sprachen werden in den Schulen als Wahlpflichtfach unterrichtet. Russisch spricht natürlich jeder fließend. Die allermeisten Abchasen sind an Ausländern interessiert und lieben es, ein Schwätzchen zu halten. Genau genommen, kommt man gar nicht darum herum, selbst wenn man nur Chinesisch und sonst weiter nichts sprechen würde, würden die Abchasen unbedingt eine Unterhaltung führen wollen. Manchmal hatte ich sogar schon das Gefühl, mich vor zu viel Gastfreundschaft hüten zu müssen, damit ich auch noch vor lauter Kaffeetrinken und irgendwohin eingeladen sein zu meinen eigenen Unternehmungen käme.

 

10. Ausflug zum Gebirgswasser.

Wenn man viel Zeit hat, lohnt sich ein Halbtagsausflug zu den Wasserfällen von Chernigovka. Es ist etwas touristisch und im Sommer von russischen Urlaubern überfüllt. Aber vor allem im Mai und Juni schwillt der kleine Gebirgsbach zu einem reißenden Fluss an und man kann sich sehr gut vorstellen, wie dieses klare Wasser sich über Jahrtausende den Weg durchs Gebirge erkämpft hat. Die schön anzusehende Schlucht, kleine Wasserfälle und Strudeltöpfe kann man in einem leichten Spaziergang (max. 30 min) erwandern. Geländer und Wege sind angelegt, sodass auch Flipfloptouristen ans Ziel kommen. Am Ende kann man abchasische Küche in schöner Natur genießen.

Entweder mietet man sich ein Taxi (ca. 1000RUB), welches dort wartet oder man schließt sich einer Exkursion an (werden zu Hauf an der Promenade angeboten).  “Ассир” (Черниговка), 30km südwestlich von Suchum.

 

11. In heißem Schwefelwasser baden

Nicht weit von der Hauptstadt entfernt gibt es heiße Quellen, die aus dem Boden sprudeln. Für 150 RUB kann man in den recht naturbelassenen Tümpeln sitzen, im Schwefelwasser planschen und sich nach dem Bad mit Schlamm einschmieren. Die Infrastruktur der Anlage ist simpel, man sollte also gern draußen in der Natur sein.

Kyndyg, 35km von Sukhum (in Richtung Osten), oder Primorskoe, zwischen Novy Afon und Gudauta

 

12. Ausflug zur Kirche von Mokvi

Mein Taxifahrer erklärte mir, dass es in Abchasien nur eine “richtige“ Straße gäbe. Die E60 geht einmal längs durchs ganze Land – von der russischen bis zur georgischen Grenze. Wenn man auf ebenjener Straße ca. 60 km aus Sukhum Richtung Georgien rausfährt, und kurz vor dem Mokvi-Fluss nach links ins Hinterland abbiegt, kommt man zur Kirche von Mokvi.

Die orthodoxe Basilika stammt aus dem 10.Jahrhundert und ist in fünf Schiffe unterteilt. Von den Wandmalereien sind noch Reste erhalten.

 

13. Essen gehen!

Die Abchasische Küche ist großartig und in Suchum kann man sie am besten im Restaurant Nartaa, auf der Strandpromenade erleben. Von der nicht so motivierten Bedienung und den schlichten Speisekarten in russischer Sprache sollte man sich nicht abschrecken lassen.